06 · Methode
Wie werden Projekte bei Ihnen eigentlich gemacht? Bei der Methode geht es nicht nur um klassisch oder agil, sondern darum, ob das Vorgehen zur Organisation, zum Projekt und zu den Menschen passt, die es tragen.
Methodisch oder zufällig?
Die erste Frage ist, ob überhaupt methodisch vorgegangen wird. Viele Projekte haben keinen erkennbaren Ansatz. Man versucht es irgendwie, und jede Projektleitung macht es auf ihre Weise. Andere gehen klassisch vor: Sie schnüren Arbeitspakete, kontrollieren sie und arbeiten sie ab. Für bestimmte Infrastrukturprojekte reicht das völlig aus.
Klassisch, agil oder hybrid
Ob Wasserfall oder agile Ansätze wie Scrum und Kanban: Ein Entweder-oder ist das in der Praxis kaum noch. Die meisten Projekte arbeiten hybrid. Wo der Ablauf feststeht, etwa beim Bau, beim Netzwerk oder bei der Gerätebeschaffung, hilft ein klarer Plan. Wo sich Abläufe ändern und die Lösung erst im Projekt entsteht, helfen kurze Zyklen und regelmäßige Abstimmung. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern ob die Methode den Projekttyp abbildet und ob sie die Organisation abbildet, in der das Projekt stattfindet.
Wenn Hindernisse kommen
Solange der Weg klar ist, genügt es, Aufgaben abzuarbeiten. Sobald ein Projekt auf Hindernisse und Widerstände trifft, reicht das nicht mehr. Dann braucht es Methoden, die über die Aufgabenebene hinausgehen und helfen, gemeinsam Lösungen zu finden. Agile Ansätze bieten dafür mehr als Sprints zum Abarbeiten. Sie bringen Formate mit, in denen Menschen zusammen an einer Lösung arbeiten. Dazu gehört auch die Frage, wie man einen Workshop aufbaut, damit am Ende ein Ergebnis steht.
Die Methode muss zu den Menschen passen
Eine Methode wirkt nur, wenn sie auch angewendet wird. Übernimmt jemand ein Projekt, der weniger gewissenhaft ist und die Methode nicht nachverfolgt, scheitert sie, egal wie gut sie ist. Andere Menschen arbeiten vor allem über Beziehungen und Nähe zu den Beteiligten. Auch dafür muss die Methode Raum lassen, statt sie in Formulare zu zwingen. Die Frage ist also immer: Wie arbeiten die Menschen hier eigentlich?
Die Methode muss zur Organisation passen
Gerade Organisationen unter hohem Druck brauchen oft eine neue, kreative Lösung. Dann heißt es: Wir machen einen Workshop. Nur hat dafür niemand Zeit. Das beste Workshop-Konzept hilft dann nicht weiter. Wer die passende Methode wählen will, muss die Organisation kennen und zuerst verstehen, wie man dort mit den Beteiligten arbeiten kann.
Kein Richtig oder Falsch
Die richtige Methode ergibt sich aus der Organisation, den Menschen, dem Projekt und dem Ziel. Ein Richtig oder Falsch gibt es dabei nicht. Mit vielen Methoden kommt man ans Ziel, sie sind also wirksam. Der Unterschied liegt in der Effizienz: wie viel Aufwand, Zeit und Reibung es kostet, dorthin zu kommen. Manche Methoden machen es allen Beteiligten leichter, andere schwerer.
Prüffragen: Passt Ihre Methode?
Gibt es überhaupt eine gemeinsame Methode?
Arbeiten Ihre Projekte nach einem gemeinsamen Vorgehen, oder macht es jede Projektleitung auf ihre Weise?
Passt die Methode zum Projekttyp?
Wird das Vorgehen für jedes Projekt bewusst gewählt, oder wird ein Bauprojekt genauso geführt wie die Neuordnung eines Behandlungsablaufs?
Trägt die Methode, wenn es schwierig wird?
Gibt es Formate für Hindernisse, Konflikte und neue Lösungen, oder nur Aufgabenlisten?
Hängt die Methode an einer Person?
Wird sie auch dann weiter angewendet, wenn jemand anderes das Projekt übernimmt?
Hat die Organisation Zeit für die Methode?
Sind Workshops und Abstimmungen realistisch eingeplant, oder stehen sie nur auf dem Papier?
Welches Vorgehen passt zu Ihnen?
Im Projektmanagement-Check schauen wir gemeinsam, wie Ihre Projekte heute tatsächlich arbeiten, und welches Vorgehen zu Ihrer Organisation, Ihren Projekten und Ihren Menschen passt.
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